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Die wichtigsten Fragen zur Pfarrgemeinderatswahl 2014

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Was ist der Pfarrgemeinderat eigentlich?

Am ehesten kann man den Pfarrgemeinderat vielleicht mit dem Gemeinderat auf politischer Ebene vergleichen, nur dass dieser sich nicht um die Ausweisung von Baugebieten kümmert, sondern darum, wie eine Gemeinde möglichst lebendig gestaltet werden kann. Der Pfarrgemeinderat trägt gemeinsam mit dem Pfarrer und den pastoralen Mitarbeiter/inne)n die Verantwortung für den Aufbau einer lebendigen Gemeinde. Das kann die Organisation eines Pfarrfestes genauso betreffen, wie eine Pfarrwallfahrt nach Rom oder der Faschingsball einer Pfarrei.

Der Pfarrgemeinderat ist aber auch ein „Organ des Laienapostolats“. Gemeinsam mit dem Pfarrer trägt der Pfarrgemeinderat für den im Vaticanum II und in der Würzburger Synode festgelegten Sendungsauftrag der Laien in der Kirche. Das Moto der diesjährigen Pfarrgemeinderatswahl lautet: „Meine Stimme. Für Gott und die Welt.“

Wer wählt den Rat und wie oft wird er gewählt? Wo finden die Wahlen statt?

Den Pfarrgemeinderat dürfen alle Katholiken einer Pfarrei mitwählen, egal ob sie regelmäßig in den Gottesdienst gehen oder nicht. Normal wählt jeder in der Pfarrei, zu der er auch dazu gehört. Es ist aber auch möglich in einer anderen Pfarrei zu wählen, zum Beispiel wenn man sich dort engagiert. Dann verliert man aber das Wahlrecht in seiner Pfarrei, in der man wohnt. Der Pfarrgemeinderat wird alle vier Jahre gewählt. Und im Unterschied zu den Kommunalwahlen oder den Bundestagswahlen darf man bereits ab dem 14. Lebensjahr wählen, eventuell sogar schon früher, wenn man gefirmt ist. Neu ist in diesem Jahr, dass in einigen Pfarreien, die einen gemeinsamen Pfarrer haben, ein gemeinsamer Seelsorgebereichsrat gewählt wird. Die Wahlen finden in der Regel in den jeweiligen Pfarrheimen statt.

Gibt es auch Vorstände, oder sind alle Mitglieder gleichberechtigt?

Es werden ein erster Vorsitzender, bis zu zwei stellvertretende Vorsitzende und ein Schriftführer gewählt. Die Aufgaben des Vorsitzenden sind vor allem den Pfarrgemeinderat zu den Sitzungen einzuberufen und die Sitzung dann zu leiten. Zum Vorstand des Pfarrgemeinderats gehört auch immer der Pfarrer. Oft ist es so, dass die Mitglieder des Pfarrgemeinderats Experten auf einem Sachgebiet sind und dann Vorsitzende des jeweiligen Sachausschusses, also z. B. für Mission, Entwicklung, Frieden oder Jugend oder Liturgie.

Wie groß ist ein solcher Rat?

Das hängt von der Größe der Pfarrei ab. Bei Pfarreien bis zu 1000 Katholiken werden sechs Mitglieder gewählt, in größeren Pfarreien entsprechend mehr. Bei Pfarreien von über 6000 Katholiken sind es beispielsweise 15 Männer und Frauen. Bei den Seelsorgebereichsratswahlen sind es bis zu 20 Personen, die gewählt werden. Zusätzlich können noch einige Mitglieder berufen werden. Außerdem gehören dem Pfarrgemeinderat auch die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter an, also Pfarrer, Diakon, Pastoral- oder Gemeindereferent. 

Inwiefern unterscheidet er sich von der Kirchenverwaltung?

Die Kirchenverwaltung ist vor allem für die finanziellen Fragen und die Erhaltung oder Sanierung von Gebäuden zuständig, der Pfarrgemeinderat kümmert sich um die Anliegen der Pfarrei. Einige Beispiele: Gibt es eine Krabbelgruppe für Eltern mit ihren Babys, wann und wie oft sind Kinder- und Familiengottesdienste oder wie kann es man organisieren, dass alte und kranke Menschen bei einem Krankenhausaufenthalt besucht werden und sich nicht allein gelassen fühlen.

Wie viele Pfarrgemeinderäte werden gewählt?

Erzbistum Bamberg

  • 367 Pfarreien, die Pfarrgemeinderäte wählen
  • ca.636.000 Wahlberechtigte
  • ca. 5.000 Pfarrgemeinderäte, die direkt gewählt werden
  • Wahlbeteiligung im Erzbistum 2010: 13,18%
  • Wahlbeteiligung in ganz Bayern 2010: 15,95 %

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um in den Rat gewählt zu werden?

Um gewählt zu werden muss man mindestens 16 Jahre alt und katholisch sein. In der Regel kandidieren für den Pfarrgemeinderat Frauen und Männer, die in der Pfarrei schon engagiert sind, also beispielsweise, Lektoren, Mesner, Jugendleiter, Eltern, die sich in den Erstkommunion- und Firmgruppen einbringen oder Kantoren.

Winfried Zawidzki / Christoph Gahlau